In Sachsen lernen derzeit 86.798 Schüler*innen an Schulen in freier Trägerschaft. 8.215 Lehrkräfte sind dort beschäftigt. Die geplanten Änderungen im Haushaltbegleitgesetz 2027/2028 betreffen allgemeinbildende ebenso wie berufsbildende Schulen in freier Trägerschaft.
Die LAGSFS kritisiert insbesondere, dass die geplanten Änderungen zusätzliche finanzielle Belastungen für freie Schulträger vorsehen. Schulen in öffentlicher Trägerschaft seien von diesen Kürzungen hingegen nicht in gleicher Weise betroffen. Aus Sicht der LAGSFS steht dies im Widerspruch zur in der Sächsischen Verfassung festgeschriebenen Gleichwertigkeit von Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft.
Freie Schulen sichern Bildungsvielfalt und Teilhabe
Auch die BBW-Leipzig-Gruppe ist Trägerin von Schulen in freier Trägerschaft. Für sie ist die Diskussion um die Finanzierung deshalb unmittelbar mit der Frage verbunden, unter welchen Bedingungen Bildung und Teilhabe künftig möglich sind. Freie Schulen ergänzen die sächsische Bildungslandschaft mit unterschiedlichen pädagogischen Konzepten und spezialisierten Angeboten. In den Schulen der BBW-Leipzig-Gruppe erhalten beispielsweise junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf Bildungsangebote, die auf ihre individuellen Voraussetzungen ausgerichtet sind. Dazu sagt Claudia Rodegast, Geschäftsbereichsleiter*in Schulische Bildung:
„Freie Schulen sind ein unverzichtbarer Teil der sächsischen Bildungslandschaft – sie stehen für Vielfalt, neue Ideen, starke pädagogische Konzepte, echte Wahlmöglichkeiten und Chancen. Freie Schulen übernehmen einen staatlichen Bildungsauftrag und damit Verantwortung für Schüler*innen
- jeden Tag.Die geplanten Kürzungen und Veränderungen gefährden die Arbeit freier Schulen. Sie haben Auswirkungen auf die pädagogische Qualität, die Schulentwicklung und die Verlässlichkeit gegenüber Schüler*innen, Eltern und Mitarbeitenden.
Freie Schulen sind kein Luxus und keine Schulen zweiter Klasse. Daher brauchen sie auch eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung.
Ich unterstütze die Kampagne der Landesarbeitsgemeinschaft: gegen Kürzungen. Für Bildungsvielfalt!“
Finanzierung darf nicht über Bildungschancen entscheiden
Die LAGSFS verweist in ihrer Stellungnahme zum Haushaltbegleitgesetz auch auf mögliche soziale Folgen. So sollen beispielsweise die Zuschüsse während der sogenannten Wartefrist bei Schulneugründungen um 20 Prozent abgesenkt werden. Nach Einschätzung der LAGSFS könnte dies dazu führen, dass Schulträger stärker auf Eigenmittel oder Schulgeld angewiesen sind.
Für die BBW-Leipzig-Gruppe ist deshalb entscheidend: Gute Bildung und individuelle Unterstützung dürfen nicht davon abhängen, welche finanziellen Möglichkeiten Schüler*innen und ihre Familien haben oder ob Schulträger zusätzliche Mittel beispielsweise über Spenden aufbringen können.
Die BBW-Leipzig-Gruppe unterstützt daher die Forderung nach einer verlässlichen Finanzierung Freier Schulen und beteiligt sich an der sachsenweiten Kampagne „Nicht kaputt machen!“.
Weitere Informationen zu den geplanten Änderungen, Hintergründen und Möglichkeiten, die Kampagne zu unterstützen, gibt es auf der Kampagnenwebsite:
Kontakt zu uns
Claudia Rodegast
Geschäftsbereichsleiter*in Schulische Bildung